Freiheitliche Initiativen
Dringliche Anfrage
der Abg. Dr. Schnell, Blattl, Essl, Rothenwänder und Wiedermann an Frau Landesrätin Erika Scharer betreffend die Geburtenstation im Krankenhaus Mittersill
Am 15. März 2010 wird die Geburtenstation des Krankenhauses Mittersill endgültig ihre Pforten schließen. Damit ist der jahrelange Kampf um den Erhalt dieser Station verloren und der Oberpinzgau ist wieder um eine wichtige Infrastruktureinrichtung ärmer. Die Ausdünnung des ländlichen Raumes schreitet somit unaufhaltsam weiter voran, auch wenn in politischen Bekenntnissen immer wieder Gegenteiliges verlautet wird.
Die Ersatzlösung für die Geburtenstationen besteht in einem Hebammenzentrum, das an drei Tagen pro Woche jeweils von 9.00 bis 12.00 Uhr geöffnet ist. Das ist ein Teil des kürzlich präsentierten Zukunftskonzeptes für das Krankenhaus Mittersill. Was allerdings die Reduktion eines 24-Stunden-Betriebes auf durchschnittlich 1,5 Stunden pro Tag mit Zukunft zu tun haben soll, bleibt selbst wohlmeinenden Beobachtern verschlossen.
Ein weiterer Teil des so genannten Zukunftskonzepts ist die Etablierung von drei Schwerpunkten. So wird der Fachschwerpunkt Orthopädie erweitert, der Schwerpunkt Lungenheilkunde neu eingerichtet sowie der Schwerpunkt Akutgeriatrie/Remobilisation und Palliativmedizin geschaffen. Dass der Schwerpunkt Akutgeriatrie/Remobilisation bereits im Jahr 2006 als zukunftsträchtige Lösung präsentiert, aber bis heute nicht umgesetzt wurde, lässt berechtigte Zweifel an der Tragfähigkeit des Zukunftskonzeptes aufkommen.
Für große öffentliche Verstimmung haben auch die Begleitumstände der Schließung gesorgt. So wurde die Bevölkerung mit einem lapidaren Postwurf über die Schließung der Geburtenstation informiert. Darüber hinaus scheint auch die Finanzierung des Hebammenzentrums keineswegs gesichert zu sein. Die Stadtgemeinde Mittersill wurde ersucht, die Mietkosten zu tragen und auch der Lions-Club soll um finanzielle Unterstützung gebeten worden sein.
Die unterzeichneten Abgeordneten stellen deshalb gemäß § 78 Abs 1 GO-LT folgende
Dringliche Anfrage:
1. Bis wann werden die neuen Schwerpunkte im Krankenhaus Mittersill eingerichtet sein und wann kann der reguläre Betrieb aufgenommen werden?
2. Wie hoch sind die Einsparungen, die aus der Schließung der Geburtenstation resultieren, und mit welchen Kosten ist die Einrichtung der neuen Schwerpunkte verbunden?
3. Welche konkreten Leistungen wird das Hebammenzentrum anbieten können und erachten Sie die Öffnungszeiten als ausreichend?
4. Ist es richtig, dass Sie an den Lions-Club sowie an die Stadtgemeinde Mittersill mit dem Ersuchen um Unterstützung des Hebammenzentrums herangetreten sind, wenn ja, wie begründen Sie dies?
5. Wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben das Krankenhaus Mittersill auf Grund der Schließung der Geburtenstation verlassen müssen und wie viele davon haben bereits eine neue Beschäftigung gefunden?
Salzburg, 15. März 2010






