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Mittwoch, 03. März 2010

Asylwesen: Landtag lehnt ein Erstaufnahmezentrum ab

 

Rothenwänder: Kaserne in Tamsweg stand sehr lange im Mittelpunkt der Diskussion

Gegen die Errichtung eines Erstaufnahmezentrums für Asylwerber hat sich heute der Landtag ausgesprochen. Mit den Stimmen von FPÖ, SPÖ und ÖVP wurde ein entsprechender FPÖ-Antrag angenommen. „Die Kaserne in Tamsweg stand lange im Mittelpunkt der Diskussion“, sagte Lungaus FPÖ-Bezirksparteiobmann LAbg. Ernst Rothenwänder. Eine Errichtung eines Erstaufnahmezentrums in der Struckerkaserne in Tamsweg hätte langfristig das Aus für die militärische Einrichtung bedeutet und folglich auch viele Arbeitsplätze gefährdet. Aber auch für den Katastrophenschutz würde eine Schließung der Kaserne einen herben Rückschlag bedeuten. „In der Kaserne befindet sich ein Katastrophenzug, der mit Material ausgestattet ist, das vom Land gekauft wurde“, so Rothenwänder.

Aber auch andere Gründe würden gegen ein Erstaufnahmezentrum in der Struckerkaserne sprechen. „Die Asylwerber überschreiten bekanntlich zu einem sehr großen Anteil die Grenze im Osten Österreichs. Nun die Flüchtlinge vom Osten in den Westen zu karren, sei aus vielerlei Gründen nicht zu rechtfertigen. „Unter anderem würden hohe Transportkosten entstehen“, gibt der FPÖ-Bezirksobmann zu bedenken. Daher sei Salzburg generell und speziell Tamsweg als Standort für ein Erstaufnahmezentrum völlig ungeeignet. Auf Nachfrage, welche Gebäude in Salzburg für ein Zentrum geeignet seien, wollte sich vor einiger Zeit die Innenministerin Fekter nicht festlegen, stellt jedoch klar, dass sie nichts ausschließen wolle und auch Kasernen in Frage kommen würden.

Als Kaserne mit entsprechender Fläche wäre nur die Struckerkaserne in Betracht zu ziehen gewesen. Die Struckerkaserne sei in den vergangenen Jahren ein unabdingbarer Wirtschaftsfaktor für die Region geworden. „Rund 80 Arbeitsplätze sind mit der Kaserne direkt verbunden. Die Umwegrentabilität nicht eingerechnet. Das Aus für die Kaserne würde auch das Aus für viele Arbeitsplätze bedeuten. Durch die Schließung der Kaserne würden also mehr Arbeitsplätze verloren gehen, als durch das Lager geschaffen werden könnten.“, so Rothenwänder. Die Struckerkaserne sei auch ein unverzichtbarer Standort für Katastropheneinsätze. „Es handelt sich dabei um eine in wenigen Stunden für den Bezirk einsetzbare Spezialeinheit mit entsprechender Spezialausrüstung“, sagt Rothenwänder. Die Einheit sei vor allem für kleinräumige Ereignisse wie beispielsweise Muren, Lawinen und Steinschlägen von Bedeutung.