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Dienstag, 13. Juli 2010

Tourismus: Augenmerk künftig auf Bettenauslastung legen

 

Blattl: Während eine Übernächtigungsjubelmeldung die andere jagt, ist Auslastung gering

In der Tourismuspolitik müsse das Augenmerk künftig verstärkt auf die Bettenauslastung in den Beherbergungsbetrieben gelegt werden, forderte heute FPÖ-Tourismussprecherin LAbg. Rosemarie Blattl. Während schon fast ritualsartig eine Jubelmeldung über ein Nächtigungsplus die nächste jage, würden die Zahlen über die Bettenauslastung still und leise unter den Tisch gekehrt. „Diese Zahlen fallen leider sehr trist aus. Fast 90 Prozent der Betten standen im Mai dieses Jahres im Pinzgau leer, obwohl bei den Übernachtungen ein Plus von rund zehn Prozent zu verzeichnen war. Die Bettenauslastung ist aber für das Überleben der Beherbergungsbetriebe von enormer Bedeutung,“ so Blattl. Künftig müsste sich die Tourismuspolitik auf bereits bestehende Betriebe konzentrieren.

Nächtigungszahlen alleine würden nichts über den konjunkturellen Zustand des Tourismus in einer Region aussagen.  „Die Nächtigungszahlen steigen zwar, aber bekannter Weise sinkt zugleich die Aufenthaltsdauer Jahr für Jahr. Hohe Nächtigungszahlen sagen somit nichts über die Einnahmesituation der Betriebe aus“, sagt die FPÖ-Tourismussprecherin.  Die Nächtigungszahlen müssten auch unter dem Blickwinkel der Bettenauslastung gesehen werden. Die Auslastung bei der Mehrheit der Betriebe falle sehr gering aus. „Werden alle Zahlen betrachtet, zeigt sich, dass der nur gering wachsende Kuchen an Übernachtungen unter immer mehr Betrieben aufgeteilt werden muss“, erläutert Blattl.

Damit die Bettenauslastung wieder steige, müsse das Land verstärkt bestehende Beherbergungsbetriebe unterstützen. „Großprojekte mit einer hohen Bettenzahl dürfen nicht mehr finanziell gefördert werden, da dadurch die Bettenauslastung in den einzelnen Betrieben weiter sinken wird und vor allem kleine Betriebe schon auf Grund der hohen Fixkosten und der sinken der Einnahmen zusperren werden müssen“, so die FPÖ-Tourismussprecherin. Beispielsweise lag die Bettenauslastung in der abgelaufenen Wintersaison im Pinzgau bei 38,67 Prozent. „Jede Auslastung unter 50 Prozent kann als sehr kritisch gesehen werden“, berichtet Blattl. Im Mai dieses Jahres lag sie im Pinzgau überhaupt nur bei 10,75 Prozent. Im gesamten Pinzgau verzeichnete kein einziger Ort im Mai eine Bettenauslastung von über 50 Prozent.