Salzburg, 9. April 2026 – Das Quartier „Herz-Jesu-Heim“ in der Hübnergasse in der Stadt Salzburg wurde planmäßig geschlossen. Das ehemalige Seniorenwohnhaus im Stadtteil Riedenburg diente seit September 2023 als Unterkunft für ukrainische Familien und war mit bis zu 130 Personen sowie fünf Notplätzen belegt.
Mit der Schließung dieses Standorts wird ein weiterer konsequenter Schritt in der Neuausrichtung der Salzburger Asyl- und Quartierspolitik gesetzt. Insgesamt handelt es sich bereits um das dritte geschlossene Großquartier: Bereits im Jahr 2025 wurden der Hausnpergerhof mit 95 Plätzen sowie ein weiteres Quartier in der Stadt Salzburg mit 58 Plätzen aufgegeben. Damit konnten insgesamt 283 Plätze in Großstrukturen reduziert werden. Ergänzend dazu wurde auch die Kapazität im ehemaligen Austria Trend Hotel von ursprünglich 450 um 100 Plätze verringert.
Landesrat Wolfgang Fürweger stellt klar: „Großquartiere sind ein Auslaufmodell. Sie schaffen Parallelstrukturen, sind schwer steuerbar und bringen erhebliche Herausforderungen im täglichen Betrieb mit sich. Unser Ziel ist ein System, das auf Ordnung, Kontrolle und funktionierende Strukturen setzt - diesen Weg verfolgen wir konsequent.“
Auch im Bereich der Quartierbeschaffung wird diese Linie fortgeführt. Landesrat Maximilian Aigner betont: „Eine funktionierende Unterbringung braucht klare Steuerung und planbare Strukturen. Kleinere Einheiten sind deutlich besser integrierbar und für die Gemeinden wesentlich verträglicher.“
Die Schließung des Herz-Jesu-Heims steht somit beispielhaft für einen strategischen Kurswechsel, der von großen, schwer zu kontrollierenden Einrichtungen hin zu kleineren, regional verteilten Quartieren führt. Diese bieten nicht nur eine bessere Steuerbarkeit, sondern legen auch den Grundstein für eine nachhaltige Integration.
Gerade im ländlichen Raum zeigen sich klare Vorteile. Überschaubare Strukturen erleichtern die Einbindung in das soziale Umfeld, fördern die Integration in Vereine und stärken die Verankerung von Familien. Gleichzeitig bieten sich bessere Möglichkeiten für gemeinnützige Tätigkeiten und den Einstieg in den Arbeitsmarkt, da vorhandene Netzwerke vor Ort schneller greifen.
Ziel des Landes Salzburg ist es, Menschen, die legal nach Österreich kommen und einen Aufenthaltsstatus erhalten, rasch in die Eigenständigkeit zu führen und eine nachhaltige Integration zu ermöglichen. Die konsequente Reduktion von Großquartieren und der Ausbau kleinstrukturierter Unterbringung sind dafür zentrale Bausteine. Mit dieser Entwicklung setzt das Land Salzburg ein klares Signal für mehr Steuerbarkeit, Verlässlichkeit und Stabilität im Bereich der Grundversorgung.

