„Während Einsatzkräfte am Wallersee um das Leben einer Frau kämpften, weigerten sich Badegäste trotz mehrfacher Aufforderung, den vorgesehenen Landeplatz für den Notarzthubschrauber freizumachen. Der Pilot musste seinen Landeversuch abbrechen und auf ein weiter entferntes Feld ausweichen. Eine derartige Rücksichtslosigkeit ist kaum zu überbieten“, kritisiert der freiheitliche LAbg. Dominic Maier, der die Problematik aus seiner Ausbildung zum militärischen Rettungssanitäter bereits kennt.
Der Notarzt musste anschließend mit einem Einsatzfahrzeug zum Unfallort gebracht werden. Zusätzlich sollen Schaulustige das Geschehen gefilmt und die Arbeit der Helfer erschwert haben. „Wer in einer solchen Situation klare Anweisungen ignoriert, schaut nicht mehr bloß zu, sondern greift unmittelbar in die Rettungskette ein. Besonders tragisch ist, dass dabei für die Frau jede Hilfe zu spät kam. Mein aufrichtiges Beileid gilt ihren Angehörigen.“
Die Vorgänge am Wallersee sind dabei aber längst kein Einzelfall mehr. Immer wieder müssen sich Polizei, Feuerwehr und Rettung bei Einsätzen zusätzlich mit Schaulustigen beschäftigen, es werden Zufahrten blockiert oder hilflose Menschen mit dem Handy gefilmt. Für die Einsatzkräfte bedeutet das eine zusätzliche Belastung in Situationen, in denen ohnehin jede Sekunde zählt.
„Genau aus diesem Grund haben wir Freiheitliche im Salzburger Landtag bereits einen Antrag eingebracht. Wir wollen, dass die Behinderung von Einsatzkräften entsprechend der Schwere eines solchen Verhaltens auch strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann. Auch beim Filmen und Verbreiten von Aufnahmen hilfloser Opfer sowie bei der Beweissicherung braucht es strengere Bestimmungen. Es kann nicht sein, dass Einsatzkräfte Menschen retten und sich gleichzeitig noch gegen rücksichtslose Schaulustige durchsetzen müssen.“
Wer trotz Aufforderung Rettungswege oder Einsatzflächen nicht freimacht, muss konsequent ausgeforscht und zur Verantwortung gezogen werden. Ebenso muss überprüft werden, ob die derzeit vorgesehenen Strafen tatsächlich ausreichend abschreckend wirken. „Wenn Sekunden über Leben und Tod entscheiden, muss es selbstverständlich sein, dass man Platz macht, Abstand hält und die Einsatzkräfte ungehindert ihre Arbeit machen lässt. Wer stattdessen einen Rettungseinsatz mutwillig erschwert und damit im schlimmsten Fall Menschenleben gefährdet, soll auch mit einer Strafe rechnen, die der Schwere eines solchen Verhaltens auch tatsächlich gerecht wird“, so Maier abschließend.

