„Die Innenstadtsperre zeigt immer deutlicher ihre grundlegenden Schwächen“, erklärt Landtagsabgeordneter Dominic Maier nach einem Lokalaugenschein am Rotkreuz-Parkplatz. „Nachdem am gestrigen Regentag laut SN-Bericht nur acht der 66 parkenden Autos dazu auch berechtigt waren, wurden heute bei Sonnenschein um 11:30 Uhr lediglich zehn Fahrzeuge aus Salzburg beziehungsweise dem zugelassenen Umland abgestellt. Die übrigen 54 belegten Stellplätze waren mit Fahrzeugen besetzt, die nach der geltenden Regelung dort gar nicht hätten zufahren dürfen.“ Für Maier zeigt sich damit nicht nur ein Vollzugsproblem, sondern ein grundsätzliches Problem der gesamten Sperre. „Pinzgauer, Pongauer und Lungauer werden aufgrund ihres Kennzeichens von der Zufahrt ausgeschlossen und halten sich an diese Vorgaben. Gleichzeitig gelangen zahlreiche auswärtige Fahrzeuge offenbar ohne Konsequenzen bis unmittelbar in die Innenstadt. Eine Regelung, die die eigene Bevölkerung beschränkt, aber in der Praxis bei anderen kaum durchgesetzt werden kann, ist weder gerecht noch sinnvoll.“
Besonders problematisch ist die Ungleichbehandlung innerhalb des Bundeslandes. „Es ist schwer vermittelbar, warum ein Salzburger aus Zell am See, St. Johann oder Tamsweg nicht zufahren darf, während gleichzeitig Touristen aus dem In- und Ausland am Rotkreuz-Parkplatz ihr Auto abstellen. Genau diese Bilder zeigen, wie widersprüchlich die derzeitige Regelung ist.“
Nach Ansicht Maiers muss daher nicht lediglich über zusätzliche Kontrollen diskutiert werden. „Das Problem ist nicht nur, dass die Sperre schlecht kontrolliert wird. Das Problem ist die Sperre selbst. Eine Verkehrslösung, die ganze Salzburger Bezirke von ihrer Landeshauptstadt ausschließt, während sie gleichzeitig offensichtlich umgangen wird, kann kein dauerhaftes Modell sein.“ Maier fordert daher eine rasche Konsequenz: „Die Stadtregierung soll diese Ungleichbehandlung beenden und die Zufahrtsbeschränkungen aufheben. Salzburg braucht ein schlüssiges Verkehrskonzept und attraktive Alternativen zum Individualverkehr, aber keine Regelung, bei der Salzburger aus dem Innergebirg am Ende schlechter gestellt werden als auswärtige Besucher.“

