16. Juli 2026

Eduard Egger: Bund verschärft mit Lehrlings-Kürzung den Fachkräftemangel

Mehr als die Hälfte der Ausbildungsbetriebe muss seit Juli mit deutlich weniger Unterstützung auskommen.

Ein Bild von LAbg. Eduard Egger

LAbg. Eduard Egger

„Die Bundesregierung beklagt bei jeder Gelegenheit den Fachkräftemangel kürzt aber seit 1. Juli ausgerechnet die Lehrstellenförderung“, kritisiert der freiheitliche Arbeitsmarktsprecher LAbg. Eduard Egger. Die volle Basisförderung wird nur noch für den ersten Lehrling eines Betriebes ausbezahlt. Ab dem zweiten Lehrling gibt es lediglich 75 Prozent. „Damit macht der Bund es den Betrieben schwerer, mehrere junge Menschen auszubilden. Wer eine solche Entscheidung trifft, darf sich über sinkende Lehrlingszahlen nicht wundern.“

Von der Kürzung sind rund 52 Prozent der Ausbildungsbetriebe betroffen. Allein in Gewerbe und Handwerk werden derzeit rund 45.000 Jugendliche ausgebildet. Die Unternehmen investieren dafür jedes Jahr zwischen 2,5 und drei Milliarden Euro. „Viele Betriebe bilden seit Jahren mehrere Lehrlinge aus und sichern damit ihren eigenen Fachkräftenachwuchs. Nun müssen sie trotz deutlich gestiegener Löhne und Ausbildungskosten mit weniger Unterstützung auskommen. Das ist ein schwerer Fehler und ein Schlag ins Gesicht für jeden Ausbildungsbetrieb“, hält Egger fest.

Eine Lehrstelle in einem Betrieb kostet die öffentliche Hand im Schnitt rund 7.700 Euro pro Jahr. Für einen Platz in einer überbetrieblichen Lehrwerkstätte fallen hingegen mehr als 23.000 Euro an. „Gerade dort zu kürzen, wo Ausbildung funktioniert und den Staat nur ein Drittel kostet, ist der völlig falsche Ansatz. Wenn Betriebe deshalb weniger Lehrlinge aufnehmen, wird es für den Staat am Ende nicht billiger, sondern teurer“, so Egger. „Wir fordern daher die vollständige Rücknahme dieser Kürzung. Die Bundesregierung kann von den Betrieben nicht ständig nach mehr Fachkräften verlangen und ihnen gleichzeitig die Ausbildung erschweren. Wer die Lehre schwächt, verschärft den Fachkräftemangel und nimmt jungen Menschen berufliche Chancen.“


© 2026 Freiheitliche Partei Österreichs. Alle Rechte vorbehalten.