15. Juli 2026

Karin Berger: Rotes Pflegechaos bei den Acute Community Nurses

Eder als Parteichef überfordert. SPÖ-Thöny kritisiert ein Modell, das die eigenen Genossen in der ÖGK und der Stadt Salzburg selbst unterstützen.

Ein Bild von LAbg. Karin Berger

LAbg. Karin Berger

„Die Salzburger SPÖ liefert beim Thema Pflege derzeit ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie eine Partei gleichzeitig dafür und dagegen sein kann“, reagiert FPÖ-Sozialsprecherin LAbg. Karin Berger auf die jüngste Kritik der SPÖ-Landtagsabgeordneten Barbara Thöny am geplanten Einsatz von Acute Community Nurses (ACN). „Während Thöny das Fehlen eines fertigen Konzepts beklagt, laufen längst Gespräche mit ÖGK, Ärztekammer, Salzburger Gesundheitsfonds, Stadt Salzburg und den Fachleuten der Plattform Pflege III. Denn ein landesweites Versorgungskonzept muss seriös vorbereitet und mit allen Beteiligten abgestimmt werden. Nur in der SPÖ scheint man zu glauben, dass man zuerst eine Pressekonferenz hält, dann Millionen ausgibt und irgendwann später überlegt, wie das System eigentlich funktionieren soll.“

Besonders peinlich ist, dass hochrangige SPÖ-nahe Vertreter der ÖGK den Einsatz von ACN selbst unterstützen. „Das dürfte allerdings weder bei Frau Thöny noch bei ihrem neuen Landesparteichef und AK-Präsidenten Peter Eder angekommen sein. Offenbar weiß Eder nicht einmal, was seine eigenen Parteisoldaten fordern“, so Berger. Auch die SPÖ-geführte Stadt Salzburg plant unter Sozialstadträtin Andrea Brandner einen mobilen Pflegenotdienst beziehungsweise ein entsprechendes Akutpflegeprojekt. Für 2027 wurde dazu bereits ein Pilotprojekt angekündigt.

„Die ÖGK unterstützt das Modell, in der Stadt will die SPÖ es selbst umsetzen und im Landtag stellt sich Barbara Thöny hin und übt inhaltsleere Kritik daran. Peter Eders ahnungslose Truppe weiß offenbar nicht, was die jeweils andere Hand macht. Und SPÖ-Chef Peter Eder hat seine Genossen offensichtlich ebenso wenig unter Kontrolle“, so Berger. „Die einen fordern Acute Community Nurses, die anderen bekämpfen sie aus reinem Oppositionsreflex. Bevor Eder großspurig von ‚Ordnen statt Spalten‘ spricht, sollte er vielleicht zunächst Ordnung in die eigene Partei bringen.“

Berger führt aus, dass Acute Community Nurses inhaltlich ein sinnvolles und praxiserprobtes Modell sind. Speziell ausgebildete Pflegekräfte sollen rund um die Uhr akute pflegerische Leistungen direkt bei den Betroffenen zu Hause oder in Seniorenwohnhäusern erbringen. In Niederösterreich kann dadurch bei mehr als der Hälfte der Einsätze eine Einweisung ins Krankenhaus vermieden werden. Auch das Rote Kreuz Salzburg bezeichnet ACN als wichtige Ergänzung des Gesundheitssystems.

„Wer weder den Unterschied zwischen präventivem Community Nursing und einer akuten pflegerischen Versorgung versteht noch die Positionen der eigenen Partei kennt, sollte zunächst die Unterlagen lesen und erst danach öffentliche Erklärungen abgeben. Frau Thöny wäre in diesem Fall mit Schweigen eindeutig besser beraten gewesen. Salzburg braucht funktionierende Pflegeangebote und keine sozialistische Zurufpolitik aus einer Partei, in der jeder etwas anderes fordert“, so Berger abschließend.


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