21. August 2026

Innenstadtsperre: Freiheitliche Abgeordnete fordern erneut ein Ende

Plakatkampagne soll Stadtregierung zum Umdenken auffordern

Ein Bild vom Sujet Salzburg ist die Landeshauptstadt aller Salzburgerinnen und Salzburger!

Salzburg ist die Landeshauptstadt aller Salzburgerinnen und Salzburger!

Die bestehende Innenstadtsperre in Salzburg emotionalisiert im Innergebirg weiter und stellt zunehmend die Frage, wessen Landeshauptstadt Salzburg eigentlich sei. Die freiheitlichen Abgeordneten thematisieren die anhaltende Sperre nun mittels Plakatkampagne in den Bezirken Pinzgau, Pongau und Lungau, um die Stadtregierung zum Umdenken zu bringen. „Wessen Landeshauptstadt ist Salzburg? Die jener, die innerhalb ihrer Grenzen wohnen, oder auch jener, die in Salzburg arbeiten, einkaufen, studieren, niedergelassene Ärzte brauchen, ihre Familien besuchen und damit zum wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben der Stadt beitragen?“, stellt der freiheitliche Landtagsabgeordnete aus dem Pinzgau Rene Sauerschnig die Frage, die sich seit Inkrafttreten der Sperre tausende Salzburgerinnen und Salzburger stellen. Wenn der Zugang zur Stadt erschwert wird, treffe das nicht einfach „den Autoverkehr“, es treffe vor allem Menschen. Die emotionale Dimension des Aussperrens würde in der Stadt Salzburg und von den verantwortlichen Parteien SPÖ, Kommunisten und Grünen unterschätzt. „Eine Landeshauptstadt sollte verbinden, nicht die eigene Bevölkerung nach Wohnort sortieren. Im Pinzgau ist es vor allem das ausgesandte Signal von Sozialisten, Kommunisten und Grünen, das aufregt, und zwar nachhaltig“, so die Pinzgauer Abgeordnete Karin Berger.

Die politische Erzählung vom „Salzburger Autoverkehr“ greife jedenfalls zu kurz, denn Salzburg ist eine internationale Tourismusdestination. Tag für Tag würden Besucher mit Autos, Reisebussen und anderen Verkehrsmitteln in die Stadt und ihr Umland reisen. Dazu kommen Pendlerströme aus der gesamten Region. „Wer so tut, als ließe sich das Verkehrsproblem durch Einschränkungen für Menschen aus den umliegenden Bezirken lösen, macht es sich recht einfach. Die Lungauer, Pinzgauer und Pongauer sind nicht die Verursacher des Verkehrsproblems der Stadt Salzburg, es sind die politisch Verantwortlichen selbst“, so der freiheitliche Verkehrssprecher und Lungauer Landtagsabgeordnete Eduard Egger. Ein Blick auf das Verkehrsgeschehen mache zudem deutlich, wie fragwürdig die aktuelle Regelung sei. „Wer in diesen Tagen durch Salzburg fährt, sieht Kennzeichen aus unterschiedlichsten Regionen Österreichs und vor allem aus dem Ausland. Die Innenstadtsperre für Innergebirgler erweist sich damit zunehmend als Schildbürgerstreich. Während Menschen aus den Bezirken mit Einschränkungen konfrontiert werden, rollt der Verkehr mit Kennzeichen aus weit entfernten Regionen weiter durch die Stadt“, kritisiert Egger. Diejenigen, die im Innergebirg der Sperre tatsächlich betroffen seien, wüssten jedenfalls genau, dass sie gemeint seien.

Die eigentliche Herausforderung bestehe darin, Verkehrspolitik nicht als Kampf zwischen „Stadt“ und „Land“ zu führen. „Salzburg ist wirtschaftlich und gesellschaftlich mit seinen Bezirken untrennbar verbunden. Menschen aus dem Pongau arbeiten in der Stadt, Unternehmen liefern in und aus der Stadt, Menschen aus der Stadt verbringen ihre Freizeit im Pinzgau oder im Lungau. Familien, Unternehmen, Schulen, Krankenhäuser und der Tourismus funktionieren nicht innerhalb künstlicher Gemeindegrenzen“, gibt der Pongauer Landtagsabgeordnete Alexander Rieder zu bedenken. Eine Landeshauptstadt dürfe ihre Region nicht aussperren, sie solle sie zusammenführen. „Wer den Verkehr reduzieren will, muss dort ansetzen, wo die größten Verkehrsströme entstehen und darf nicht ausgerechnet jene Menschen zum Problem erklären, die seit Jahrzehnten Teil des regionalen Lebens sind“, so Rieder.

Die Innenstadtsperre für Innergebirgler müsse daher beendet werden, sind sich die freiheitlichen Abgeordneten einig. „Nicht die Herkunft eines Kennzeichens darf darüber entscheiden, wer Salzburg erreichen darf. Entscheidend muss sein, ob eine Maßnahme tatsächlich Verkehr reduziert oder lediglich Frust und das Gefühl erzeugt, in der eigenen Landeshauptstadt nicht mehr willkommen zu sein.“


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