„Was das EU-Parlament letzte Woche bei den neuen genomischen Techniken mehrheitlich, gegen die Stimmen der Freiheitlichen, beschlossen hat, ist ein schwerer Schlag gegen die heimische Landwirtschaft, gegen die bäuerliche Unabhängigkeit und gegen die Versorgungssicherheit mit regionalen Lebensmitteln“, übt der freiheitliche Landwirtschaftssprecher LAbg. Hannes Költringer scharfe Kritik an der Brüsseler Abstimmung zu genomisch veränderten Pflanzen. Besonders problematisch ist aus Költringers Sicht die Frage der Patentierung von Saatgut. „Wenn Saatgut, Pflanzenmerkmale und Züchtungen zunehmend unter die Kontrolle weniger internationaler Konzerne geraten, dann verlieren unsere Bauern Stück für Stück ihre Freiheit. Wer Saatgut kontrolliert, kontrolliert am Ende auch Lebensmittelproduktion, Preise und Versorgung. Das ist keine Zukunft für die Salzburger Landwirtschaft, sondern ein direkter Angriff auf kleinstrukturierte Familienbetriebe“, so Költringer. „Versorgungssicherheit bedeute nicht Abhängigkeit von Konzernlaboren, sondern regionale Produktion, freies Saatgut, bäuerliche Eigenständigkeit und klare Regeln.“
Auch Konsumentenschutzlandesrat Wolfgang Fürweger sieht in der Entscheidung einen massiven Rückschritt: „Hier wird der Konsumentenschutz durch die Hintertür ausgehebelt. Wenn Lebensmittel aus genomisch veränderten Pflanzen künftig nicht mehr klar als solche erkennbar sind, dann wird den Menschen die Wahlfreiheit genommen. Konsumenten können nur dann selbstbestimmt entscheiden, was sie kaufen und was auf ihren Tellern landet, wenn sie auch ehrlich und vollständig informiert werden.“ Fürweger betont, dass Transparenz keine Schikane, sondern Grundvoraussetzung für Vertrauen ist. „Wer nichts zu verbergen hat, muss auch keine Kennzeichnung fürchten. Die Menschen wollen wissen, was in ihren Lebensmitteln steckt. Alles andere ist Täuschung durch Unterlassung.“
Költringer und Fürweger fordern daher klare Konsequenzen. Keine Gentechnik durch die Hintertür, volle Kennzeichnungspflicht für NGT-Produkte, wirksamen Schutz vor Saatgutpatenten und eine Politik, die heimische Bauern und Konsumenten vor Konzerninteressen stellt. „Wir Freiheitliche stehen auf der Seite der regionalen Landwirtschaft, der Versorgungssicherheit und der Wahlfreiheit“, so Költringer und Fürweger abschließend.

